Freerunning

Freerunning ist kein Synonym von Parkour, sondern eine eigene von Sebastien Foucan begründete Disziplin, deren Techniken sich zum Teil mit denen von Parkour überschneiden.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass Foucan und David Belle einen großen Teil ihrer Jugend gemeinsam trainierten. Freerunning bedeutet, sich zwanglos zu bewegen, in jeder beliebigen Umgebung.

Die Bewegung soll nicht Mittel zum Zweck sein, sondern Selbstzweck, das heißt, das Sich-Bewegen steht im Mittelpunkt.

Man bewegt seinen Körper kreativ und kann sich dabei seine komplette Umgebung ohne Einschränkungen zu nutzen machen. Beim Freerunning sollte immer der ganze Körper in Bewegung sein. 

Der Grundsatz von Parkour, die Effizienz, steht hierbei nicht im Vordergrund. Das Repertoire der Bewegungen im Freerunning unterliegt keiner Struktur, keinen Grenzen, es wird ständig durch die Kreativität der Anhänger erweitert. 

Oftmals bieten akrobatische Bewegungen aus dem Turnen oder auch aus dem Martial Arts Tricking erste Anregungen oder werden übernommen und die Techniken der Umgebung angepasst.

Freerunning verbreitete sich sehr schnell um die Welt und gewinnt immer mehr Bekanntheit, wodurch es das Interesse von Firmen und Medien weckte.

Das erste große internationale Freerunning Event fand am 6. Oktober 2007 in Wien statt. Der „Red Bull – Art of Motion“ Wettbewerb lud eine begrenzte Anzahl vieler bekannter Freerunner aus aller Welt ein und präsentierte einen Wettkampf den Medien.

Die meisten Teilnehmer sahen in diesem Event jedoch keinen Wettkampf, sondern eine Gelegenheit andere kennenzulernen um Erfahrungen auszutauschen. 

Bekannt wurde Sebastian Foucan durch seinen Auftritt in dem Film Jump London (mit Johann Vigroux und Jérôme Ben Aoues (2003)), das von vielen trotz der Stilunterschiede zu David Belle als wichtiges Parkourvideo angesehen wird.

Ein weiteres, wichtiges Werk dieser Richtung ist der Film Jump Britain (2005) in dem auch das UrbanFreeFlow-Team vorgestellt wird, welchem vorgeworfen wird für das die Techniken betreffende Namenschaos (durch Amerikanisierung französischer Begriffe und Einführung vieler „neuer“ Techniken) verantwortlich zu sein.

Weitere Bekanntheit erlangte Foucan durch seinen Free Running-Stunt-Auftritt in dem James Bond-Film Casino Royale. 

Darin wird eine mehrminütige spektakuläre Verfolgungsjagd inszeniert, in der er die Rolle des Bösewichts Mollaka darstellt. Auch Mitglieder der Royal Marines ließen sich bei der britischen Stuntfirma Urban Freeflow im Freerunning unterrichten, um sich besser auf Straßenkämpfe auf Auslandseinsätzen z. B. im Irak oder in Afghanistan vorzubereiten.